Vegan Lesen: Spannend, Tierfreundlich, Nachhaltig
DU SITZT IN EINEM GEMÜTLICHEN SESSEL. Es ist Jänner und draußen ist es kalt und dunkel, der Wind rauscht durch die Bäume und saust um dein Haus, doch bei dir ist es gerade so richtig gemütlich. Du rückst dich nochmal zurecht und kuschelst dich noch mehr in deine warme, weiche Decke. Du wirfst einen Blick aus dem Fenster. Wenn du ganz genau hinschaust, siehst du, wie die Wolken – vom Wind zu Höchstleistungen angetrieben – Über den schwarzblauen Nachthimmel ziehen. Selten, aber doch blinkt ein kleiner Stern durch ein Loch in der dicken grauen Schicht.

Dein Blick fällt auf die Kerze, die auf dem kleinen Tisch neben dir steht – ruhig wirft sie ihr angenehmes Licht in den Raum und du musst unwillkürlich lächeln. Du nimmst einen Schluck deines warmen Tees, dessen Duft das Zimmer erfüllt, und genießt die Wärme, die sich sanft in deinem ganzen Körper ausbreitet, dann lässt du dich zurücksinken und greifst zu deinem Buch. Als du es aufschlägst, fallen dir die Zertifikate auf der Rückseite auf: CO2-neutral, FSC.
Schön, dass dieses spannende Abenteuer so nachhaltig ist!
Schnell tauchst du in die Geschichte ein und reist in diese andere Welt, erlebst die größten Abenteuer durch die Augen des Protagonisten und vergisst für diesen Moment alles andere um dich herum. Das Abenteuer wird aufregender, dein Herz schlägt schneller – Zeit für Nervennahrung.
Du greifst zu einem der beiden Cookies, die neben deiner Tasse auf dem Teller liegen. Genüsslich kauend betrachtest du die kleinen Schokostückchen in dem knusprigen Keks. Eigentlich merkt man gar keinen Unterschied – vegan oder mit Ei, Kuhmilch und Butter – du könntest den Unterschied nicht erkennen.
Vielleicht ist die pflanzliche Lebensweise gar nicht so schwer – schließlich probieren immer mehr Menschen den Veganuary aus. In deinem Freundeskreis sind allein schon zwei, die das geschafft haben, und im Büro sind auch einige Kollegen vegan. Aber auf Käse verzichten? Und auf deine Lederschuhe? Und wer weiß, was noch alles tierisch ist. Klingt dann doch wieder schwierig – wobei man sagt ja, es soll besser für die Umwelt sein und so. Mal schauen, denkst du, und zuckst mit den Schultern. Jetzt aber schnell weiterlesen!
Als du das Buch wieder aufschlägst, hältst du für einen Moment inne: ist ein Buch eigentlich vegan? …
Nein… Leider – die meisten Bücher sind nicht vegan. Für viele ist Lesen ein Weg, neue Welten zu entdecken, aber auch ein Moment des Innehaltens und der Reflexion. Wie wäre es, wenn dieser Moment nicht nur deinen Geist, sondern auch die Welt positiv beeinflusst?
Als vegane Romanautorin zeige ich dir, warum es Zeit ist, Bücher aus einer nachhaltigen Perspektive zu betrachten.
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Was bedeutet eigentlich „vegan„? – Definition und Geschichte des Veganismus
Veganismus ist eine Lebensweise, die versucht – so weit, wie es praktisch durchführbar ist – alle Formen von Ausbeutung und Grausamkeiten an leidensfähigen Tieren für Essen, Kleidung und andere Zwecke zu vermeiden,
Vegan Society of England, 1979 (vegan.at)
und die in weiterer Folge die Entwicklung und Verwendung von tierfreien Alternativen zu Gunsten von Mensch, Tier und Umwelt fördert. In Bezug auf die Ernährung bedeutet dies den Verzicht auf alle Produkte, die zur Gänze oder teilweise von Tieren gewonnen werden.
Was bedeutet das im Detail?
Menschen, die sich für ein veganes – also pflanzen-basiertes – Leben entscheiden, versuchen bewusst, alle Produkte, die teilweise oder komplett durch die Ausbeutung von Tieren entstanden sind zu vermeiden. Das betrifft natürlich ganz vorne die Lebensmittel: Fleisch/Fisch, Milchprodukte von Tieren, Eier und Honig. Viele Veganer essen auch keine Produkte mit Palmöl, da dessen Produktion Lebensräume zerstört. Weiters verzichten wir auf Pelz, Leder, Wolle, Seide und Bienenwachs sowie auf Kosmetika, Hygieneprodukte oder Waschmitteln auf Marken, die Tierversuche durchführen oder Stoffe verwenden, die an Tieren getestet werden. Bei Medikamenten greifen wir, wo möglich, ebenfalls zu tierversuchsfreien Varianten wie Generika.
Zusammengefasst: Vegane Menschen versuchen das Leid auf Erden zu verringern.

(Foto: CanvaPro)
Die Wurzeln des Veganismus
Die Idee eines tierleidfreien Lebens reicht weit in die Geschichte zurück. Schon in der Antike predigten Philosophen wie die Orphiker, Pythagoras und Platon einen ethischen Umgang mit Tieren und die vegan/vegetarische Lebensweise. Später schlossen sich berühmte Persönlichkeiten wie Leonardo da Vinci, Charlotte Despard oder George Bernard Shaw dieser Überzeugung an.
Das Tier hat ein fühlendes Herz wie du. Das Tier hat Freude und Schmerz wie du. Das Tier hat einen Hang zum Sterben wie du. Das Tier hat ein Recht zu leben wie du.
Peter Rossegger (Beführworter der vegetarischen Lebensweise)
Sogar eine neue archäologische Studie der Universitäten Bar-Ilan und Haifa zeigt: Bereits in der Steinzeit stützten sich Menschen stark auf pflanzliche Nahrung wie Wurzeln, Nüsse und Samen – entgegen der weitverbreiteten Theorie, dass tierische Produkte die einzige Proteinquelle waren.

(Foto: CanvaPro)
Veganismus im Aufwind
Heute leben mehr Menschen vegan als jemals zuvor und die Tendenz ist steigend. In Österreich ernähren sich rund 5 % der Bevölkerung rein pflanzlich – die höchste Quote Europas. Zwischen 2021 und 2023 reduzierte über die Hälfte der Österreicher*innen ihren Fleischkonsum, was zu einem Rückgang des Fleischverzehrs um 11,3 % führte. Bei Milchprodukten sank der Konsum sogar um 12,5 %. (Quelle: vegan.at/zahlen; Datensatz Statistik Austria 2024)
Pflanzenbasierte Ernährung liegt im Trend. Doch wie schaut es mit anderen Dingen in unserem Alltag aus – zum Beispiel Büchern?
Veganismus im Alltag – Was macht ein Buch nicht vegan?
Du denkst, du lebst vegan? Doch wusstest du, dass selbst Bücher voller tierischer Bestandteile stecken können? Wer sich weiter mit veganer Lebensweise auseinandersetzt bemerkt schnell, dass sich der Einsatz von tierischen Produkten noch viel weiter erstreckt, als es scheint. Es beginnt mit tierischen Zusatzstoffen – wie echtes Karminrot (E 120, Schildlausblut) oder Schellack (E 904, Ausscheidungen der Blattschildlaus) – und geht über Klebstoffe und Farben bis hin zu Autoreifen. Hinzukommen Tierversuche zu Autoabgasen, Zigaretten, Menstruationsprodukten und Windeln.

Bei klassisch hergestellten Büchern gibt es leider ebenfalls so einige tierische Inhaltsstoffe, die es zu beachten gilt:
Papier
Was fällt dir ein, wenn du an nachhaltiges Lesen und Papier denkst? Wahrscheinlich das FSC-Zertifikat für Nachhaltige Holzwirtschaft. Das ist zwar richtig, allerdings besteht Papier nicht nur aus Holzfasern. Oberflächenbeschichtungen enthalten oft tierische Gelatine und als Bindemittel wird das Milchprotein Kasein eingesetzt.
Genau dieser Stoff erschwert dir übrigens auch den Verzicht auf Käse, denn er macht süchtig!
Druckerfarbe
Hier sind es tierische Fette oder Bienenwachs, die als Bindemittel oder Zusatzstoffe verwendet werden. In so manchen Farben kommt auch hier das das oben erwähnte Karminrot, Tierkohle, oder Pigmente von Tintenfischen oder Purpurschnecken zum Einsatz.
Klebebindung
Es gibt zwar schon viele synthetische Klebstoffe, doch leider finden oft Glutin (Proteine der Gelatine), Kasein oder auch Gallerte aus Tierhäuten in die Klebebindungen.
Heftdraht
Was kann denn an einem Draht schon tierisch sein, fragst du? Die Ziehmittel, die für einen gleitenderen Draht sorgen, denn sie werden aus tierischen Fetten gemacht und so ist Heftdraht leider in keinem Fall vegan.
Dispersionsdrucklacke
Besonders veredelte Bücher werden mit glänzender oder matter Dispersionslackierung versehen. Darin ist aber leider oft Schellack enthalten.
Weitere Hilfsstoffe
Hierunter fallen zum Beispiel Feuchtmittelzusätze, Druckpuder oder die Auswaschlösungen und Gummierungen bei der Druckplattenherstellung.
Wer also gerne nachhaltige und tierfreundliche Bücher kaufen möchte, sollte auf ein herkömmliches gedrucktes Buch lieber verzichten. Dabei hilft es aber auf jeden Fall, nochmal bei Verlagen nachzufragen, denn manchmal drucken sie „zufällig“ nach veganen Standards.
Warum nachhaltige Romane von Vorteil sind
Ein Buch, das ohne tierische Produkte hergestellt wird, hat nicht nur eine kleinere CO2-Bilanz, sondern trägt auch dazu bei, Tierleid zu vermeiden. Indem wir bewusst konsumieren, setzen wir ein Zeichen für eine bessere Welt! Worauf du dabei achten solltest, und welche Möglichkeiten du hast erzähle ich dir weiter unten noch genauer.
Meine persönliche Reise zur veganen Autorin
Als mir im Volksschulalter – also in den 1990er-Jahren – durch ein Video bewusst wurde, was genau bei der Fleischproduktion passiert und welches Leid hier tagtäglich versteckt den Tieren angetan wird, war für mich sofort klar: Das will ich nicht mehr weiter unterstützen. Ich wurde von diesem Tag an Vegetarierin und das bis 2013. Das war damals gar nicht so einfach, denn es gab bei Weitem nicht die Produktvielfalt, die es heute gibt und in Restaurants wurde ich noch gefragt, ob ich Huhn oder Fisch möchte, wenn ich kein Fleisch will.

Ich war lange Zeit davon überzeugt, das sei genug, und viele der Sätze, die ich heute oft noch von anderen höre, kenne ich selbst auch von mir – „Vegan, das ist dann schon etwas extrem.“, „Aber ich liebe Käse und Schokolade.“ Bis 2013 dachte ich wirklich, ich müsste als Veganerin auf fast alles verzichten, was mir schmeckt.
Erst dann habe ich die weiteren Zusammenhänge verstanden: Was die Milchproduktion den Kühen und Kälbern antut, dass Hühner eigentlich nicht so viele Eier legen würden, das für einen Teelöffel Honig 12 Bienen ihr ganzes Leben lang arbeiten müssen und, dass mir Käse nur so unverzichtbar schien, weil mich das Kasein süchtig macht. Ein Stoff, der eigentlich Kälber dazu bringen soll, genug zu trinken. Und wieder hatte ich einen Aha-Moment! Wenn ich den Tieren wirklich helfen möchte, führt an einem Wechsel zum veganen Leben nichts vorbei.
Ich hatte das Glück, dass zu diesem Zeitpunkt sozusagen eine vegane Welle begann und in den darauffolgenden Jahren eine Vielzahl an Produkten auf den Markt kam, die mir den Umstieg erleichterten.

Mittlerweile bin ich seit über 10 Jahren vegan, habe eine vegane Schwangerschaft (ohne Eisenmangel oder Heißhungerattacken) hinter mir und kann mit Fug und Recht behaupten, dass es in meinem veganen Haushalt an nichts fehlt. Und was besonders schön ist: Es gibt auch Kekse, Schokolade, Eis und Camembert – wir haben Weihnachtsschokolade, Osterhasen und Geburtstagstorten. Geht alles!
Doch obwohl ich in meinem Alltag alles daran setze, Tierleid zu vermeiden, fiel mir erst vor Kurzem auf: Selbst meine Bücher – die Geschichten, mit denen ich Menschen begeistern will – waren nicht so vegan und nachhaltig, wie ich dachte. Natürlich wusste ich, dass Amazon nicht die ideale Lösung ist – aber die Suche nach einem Print-on-Demand-Verlag, der zumindest gleichwertige Konditionen für Autoren hat, blieb auch bei mehreren Versuchen ergebnislos.
Aber sobald mir klar war, dass ich mit meinen Büchern Tierleid verursache, musste ich handeln! Ich habe also vor einigen Monaten damit begonnen zu recherchieren, welche Möglichkeiten ich hier habe und es stellt sich heraus: auch hier gibt es durchaus einen Weg. Allerdings nicht über Print-on-Demand – was damit mit einem höheren Investment und Risiko für mich einhergeht. Trotzdem glaube ich fest an meine Idee und gebe alles, sie umzusetzen: Meine Bücher sollen noch in diesem Jahr alle tierleidfrei und nachhaltig sein – und das von der Produktion bis zur Verpackung!
Ich bin auf meinem Weg immer wieder an Grenzen gestoßen – besonders finanziell.
Zertifiziert veganer Druck ist oft erst bei großen Auflagen möglich, mir war aber wichtig, dass meine Bücher leistbar bleiben. Zeitweise fühlte sich das wie ein Kreislauf ohne Ausweg an.
Bis ich begonnen habe, mich neu umzusehen, auszutauschen und zu vernetzen.
Der Kontakt mit einer Kollegin, die einen ähnlichen Weg geht, hat mir dabei viel Rückenwind gegeben. Durch unsere Gespräche und ihre Tipps habe ich angefangen, gezielt Angebote einzuholen und Druckereien anzuschreiben.
Und dann kam eine unerwartete Rückmeldung: Meine Druckerei hat alle Materialien geprüft – und sie sind tatsächlich vegan.
Das bedeutet:
Meine Bücher sind bereits seit 2024 vegan – auch ohne Zertifikat.
Dieser Moment war für mich vor allem eines: erleichternd.
Zu wissen, dass ich meinen Weg konsequent weitergehen und meine Geschichten früher mit dir teilen kann, als gedacht. Und gleichzeitig bleibt mein Anspruch: weiterzugehen. Schritt für Schritt – für Tiere und Umwelt.
Es gibt viele vegane Autor*innen und viele nachhaltige Ideen – doch wie oft findet man beides vereint? Mein Ziel ist es, Geschichten zu schreiben, die nicht nur meinen Leser*innen spannende Abenteuer ermöglichen, sondern dabei auch Tier, Umwelt und Mensch respektieren.
Möchtest du gemeinsam mit mir dieses Abenteuer erleben? Dann begleite mich auf meinem Weg zu tierleidfreien, nachhaltigen Romanen!
Ist vegan Lesen überhaupt möglich? – Wie erkennt man vegane Bücher?
Heißt das, wer tierfreundliche Bücher kaufen möchte, darf ab jetzt nicht mehr lesen?
Nein, natürlich nicht. Der Markt für vegane Bücher wächst ebenfalls – und damit auch die Anbieter. Damit du aber weißt, worauf du achten solltest und was du beitragen kannst, möchte ich dir hier 7 Tipps geben:
1. Vegane Lable
Hier kannst du sicher sein – wo dieses Zeichen drauf ist, steckt nichts Tierisches drin. Allerdings ist manchen Aufwand oder die (eigentlich nicht so hohen) Kosten, das Lable zu beantragen, etwas zu groß, weshalb nicht alle veganen Produkte dadurch zu erkennen sind. Bis jetzt gibt es wenige Romane, die vegan gedruckt wurden, am Markt, aber eine Recherche zahlt sich trotzdem immer aus.
Am bekanntesten in unserem Raum ist wohl das V-Lable: ein grünes Blatt auf gelbem Grund (Achtung, hier besteht Verwechslungsgefahr mit dem Symbol für vegetarische Produkte). Hier gibt es für Druckprodukte sogar eine eigens beschriftete Variante. Einige Verlage, darunter zum Beispiel der Kinderbuchverlag CalmeMara und Selfpublisher (Jennifer Ebbinghaus) haben sich dieses Lable schon geholt. Und es werden mehr!
Daneben kannst du auch auf folgende andere Lable achten:
The Vegan Society’s Vegan Trademark (Keine tierischen Inhaltsstoffe, Tierversuche in der gesamten Produktionskette oder Verwendung von tierischen Bestandteilen in Produktionshilfsstoffen, wie z. B. Leim oder Filtration)
Leaping Bunny (keine Tierversuche in der gesamten Lieferkette, strenge Überprüfung und Audits, ist vor allem für Produkte wie Farben bei der Druckherstellung relevant)
Certified Vegan (Vegan Action. Keine tierischen Inhaltsstoffe, Tierversuche oder Nutzung von tierischen Hilfsstoffen in der gesamten Produktionskette)
PETA-Approved Vegan (Keine tierischen Inhaltsstoffe, keine Tierversuche in der gesamten Produktionskette, betrifft vor allem Merchandise und andere Begleitprodukte)
Cruelty-Free and Vegan (PETA. Keine Tierversuche oder tierischen Bestandteile, betrifft vor allem Farben, Klebstoffe oder Lacke)
Fair Rubber oder Fair Trade Vegan (Produkte mit fair gehandelten und veganen Materialien)
2. Aufschrift „Vegan“ & „Vegan laut Rezeptur“
Viele Produkte haben eine Information darüber aufgedruckt, die es Käufer*innen ermöglicht, schneller herauszufinden, ob es vegan ist oder nicht.
Wenn ein Produkt „vegan zertifiziert“ ist, bedeutet das, dass eine unabhängige Stelle die gesamte Produktionskette geprüft hat – von den Rohstoffen über Hilfsstoffe bis hin zu möglichen Verunreinigungen. Dieses Zertifikat ist mit Aufwand und Kosten verbunden, bietet dafür aber eine klare, nach außen sichtbare Sicherheit. „Vegan laut Rezeptur“ hingegen heißt, dass laut Angaben des Herstellers keine tierischen Inhaltsstoffe verwendet werden – also z.B. bei Papier, Druckfarben oder Klebstoffen. Eine externe Prüfung findet dabei jedoch nicht zwingend statt.
Zertifiziert ist das zwar nicht, aber bei seriösen Anbietern ist hoffentlich davon auszugehen, dass sie hier die Wahrheit sagen. Gerade in der Buchproduktion ist ein offizielles Zertifikat noch selten, obwohl viele Druckereien bereits vegan produzieren oder problemlos umstellen könnten. Deshalb kann es sich lohnen, gezielt nachzufragen: Je mehr Nachfrage entsteht, desto eher wird auch eine transparente Kennzeichnung oder Zertifizierung zum Standard.
3. Nachhaltigkeit
Zwar heißt das leider nicht immer vegan, aber es ist trotzdem gut, darauf zu achten. Auch hier gibt es verschiedenste Zertifikate und Möglichkeiten. Viele Verlage kennzeichnen zum Beispiel die CO2-Neutralität.
Nachhaltigkeit von Papier ist ebenfalls ein großer Punkt. Mittlerweile gibt es nicht nur Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft (FSC, PEFC, Naturland), sondern sogar Graspapier (meine Bücher werden zum Beispiel in Zukunft mit Matabooks auf Süßgraspapier verlegt) und Steinpapier.
4. Fairtrade
Auch die Arbeitsbedingungen der Menschen, die Produkte produzieren, verdienen es, genauer unter die Lupe genommen zu werden. Wenn du sicher gehen willst, kannst du hier auf Zertifikate wie das Fairtrade-Lable oder Beschriftungen achten.
5. Palmölfrei
Palmöl wird bedauerlicherweise in den Regenwäldern produziert. Es ist ein günstiges Fett und findet so oft Einzug in den verschiedensten Produkten. Da die Nachfrage groß ist, werden dafür ganze Landstriche gerodet – eine Gefahr für uns Menschen, aber auch den ganzen Planeten und besonders die Tiere, die ihren Lebensraum verlieren. Palmöl aus nachhaltiger Landwirtschaft bedeutet nur, dass dafür nicht extra gerodet wurde. Hier werden alte, abgeholzte Felder „wiederverwendet“. Das ist zwar insgesamt besser, aber auch keine wirkliche Alternative, denn im Grunde genommen sollten wir diese Bereiche wieder aufforsten oder sich zumindest selbst renaturieren lassen.
6. Gebrauchte Bücher, Bibliotheken und eBooks
Das ist vor allem für alle eine gute Möglichkeit, die gerne die Bücher der großen Verlage lesen möchten.
Ja, zugegeben – gebrauchte Bücher sind ursprünglich nicht vegan oder nachhaltig. Aber: für jeden Menschen, der ein gebrauchtes Buch kauft, wird ein Buch weniger hergestellt und das schont Ressourcen – natürlich auch die tierischen.
Bibliotheken sind ebenfalls eine wunderbare Möglichkeit, tierleidfeier zu Lesen. Auch hier sind die Bücher zwar in ihrer Herstellung nicht vegan, aber wenn du Bücher ausleihst, sparst du ebenfalls Produktion ein und sogar noch den Transport! Und du kannst auf diese Art sogar noch Geld sparen.
eBooks sind vor allem für Vielleser*innen eine mögliche Alternative. Zur Herstellung des Readers werden zwar Rohstoffe benötigt und wie jedes technische Gerät braucht es Strom und muss nach seiner Lebensdauer (von ein paar Jahren) recycelt werden, was Ressourcen und Energie verbraucht. Aber es fallen alle Inhaltsstoffe eines Printbuchs weg – von Papier, über Toner bis zum Versand. Das tolle ist: je mehr Bücher du liest, desto umweltfreundlicher ist er. Studien zeigen, dass zwanzig bis dreißig Bücher auf dem Reader genügen, um deinen ökologischen Fußabdruck gegenüber den Printbüchern zu verbessern. Behandle deinen Reader gut und kauf, wenn möglich, einen gebrauchten, und schon bist du dem tierfreundlichen Lesen einen Schritt näher.
Wenn du dafür offen bist, dir deine Geschichten anzuhören statt zu lesen sind Audiobücher ebenfalls eine exzellente Möglichkeit für mehr Nachhaltigkeit. Sobald du zum Beispiel ein Smartphone hast, kannst du loslegen – ganz ohne Prints oder weitere technische Geräte.
7. Nachhaltiger Buchhandel
Online-Buchhandel
Hier ist vor allem Avocadostore zu nennen. Hier kannst du gezielt verschiedenste Kriterien wie vegane Produkte filtern und so leichter Bücher finden, die genau zu dir und deinen Wünschen passen.
Die Online-Buchhändler ecolibri und ecobookstore sind eine nachhaltige Variante von Thalia, Morawa oder auch Amazon. Hier werden nachhaltige Projekte unterstützt und Bäume gepflanzt. Allerdings gibt es hier nicht spezifisch nur vegane Bücher, sondern das gleiche breite Sortiment wie bei anderen Anbietern.
Kleine Buchläden um die Ecke
Hier wird schlau, wer nachfragt. Es gibt durchaus Buchhändler, die auch vegane Bücher führen. Nachfragen ist aber auch bei jedem Kauf eine wichtige Sache! Nur so können Händler merken, dass dieses Thema euch am Herzen liegt.
Bitte bedenke: Deine Stimme zählt – auch beim Lesen!
Nicht jedem ist bewusst, wie stark wir als Leser*innen (und Autor*innen) bestimmen, was produziert wird. Achte also auf die Labels und Beschriftungen, überlege, ob du wirklich ein Buch kaufen musst – und greife dann zu gebrauchten Exemplaren oder wähle nachhaltige Händler, hol dir deinen Bibliotheksausweis oder wünsch dir zum nächsten Anlass einen eReader und frag bei deinen Käufen immer wieder gezielt nach veganen Büchern.
Ich habe durch meinen Weg zur veganen Autorin jetzt auch wieder gesehen, wie wichtig das Nachfragen ist. Meine Druckerei hat nicht „einfach so“ nachgeprüft, sondern weil Menschen danach gefragt haben. Das heißt: Deine Stimme macht einen Unterschied!
Wenn wir uns bewusst für pflanzenbasierte und tierleidfreie Produkte entscheiden, setzen wir damit ein Zeichen: Für eine nachhaltigere, lebenswertere Welt. Für uns, unsere Nachfahren und natürlich allen voran die Tiere.

Als vegane Autorin ist es mir wichtig meine Bücher auf einen tierfreundlichen und nachhaltigen Weg zu bringen – in den nächsten Monaten kommen einige wichtige Entscheidungen auf mich zu und ich freue mich schon riesig auf dieses Abenteuer. Es wird zwar eine lange Reise, aber sie beginnt mit dem ersten Schritt. Wenn du mich auf meinem Weg unterstützten möchtest, dann teile gerne diesen Beitrag!
Meine Bücher findest du exklusiv in meinem Shop als Taschenbuch oder e-Book.
Wenn du meinen Weg gern unterstützen willst, gleichzeitig mehr Einblick in meine Bücher bekommen und mich besser kennenlernen möchtest, überlege, ob du meine Wegbegleiterin auf Steady werden möchtest. Ich würde mich sehr freuen, dich dort zu sehen!
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