
Mein Lebensweg? – Ein Abenteuer!
Von archäologischen Abenteuern zu fesselnder Spannungsliteratur
Die meisten Geschichten beginnen am Anfang. Und so natürlich auch meine …
… Das Licht der Welt erblickte ich an einem verschneiten Märztag 1985 in Wien und gleich danach wusste ich, mich auszudrücken. Lautstark vor allem. Und so, dass sich mir dabei (wirklich), die Haare aufstellten, wenn ich nicht sofort bekam, was ich wollte.
War aber auch verständlich, schließlich wurde ich von meinem jamaikanischen Vater nach der biblischen Königin von Saba benannt – und Royals sind bekanntlich nicht gerade geduldig, wenn es um ihre Wünsche geht.


Spulen wir nun ca. drei Jahre vor, denn hier kam es zu meinem ersten Berufswunsch.
Ärztin? Nein!
Prinzessin? Wofür?
Architektin? Vielleicht! Aber lieber doch nicht, da muss man Mathematik können.
Bei einem der zahlreichen Besuche des Kunsthistorischen Museums in Wien, fragte ich meine Kindergruppenbetreuerin, Waltraud, was auf einem der Ägyptischen Sarkophage steht. Da Waltraud aber nun mal Kindergärtnerin und nicht Ägyptologin war, antwortete sie wahrheitsgetreu, dass sie das nicht wüsste.
„Das muss man aber wissen!“, war meine Antwort und von da an stand mein Entschluss fest: ich würde Archäologin werden und lernen, was auf den Sarkophagen steht.
Geübt wurde in Sandkisten und sogar auf dem Sofa und im Bett meiner Mutter. Sie musste dort Spielzeugknochen unter der Decke „vergraben“, damit ich sie ausgraben konnte.
Und diesen Berufswunsch übte ich längere Zeit auch aus. Ich lernte Latein und Alt Griechisch in der Schule. Akkadisch, Sumerisch, Sanskrit, Alttibetisch, Modernes Tibetisch, Althebräisch, Mittelägyptisch und ein wenig Maya auf der Uni ? sozusagen, um alle Eventualitäten abzudecken.
Ein Austausch in Sardinien lehrte mich Italienisch, Selbstständigkeit, Durchsetzungsvermögen und Dankbarkeit für meine Mutter. Ein guter Freund aus Ecuador brach meine Sprachhemmung für Spanisch.
Kurzum, ich würde wahrscheinlich wenige Texte finden, bei denen ich nicht wüsste, was da steht.
Und, weil ich mich nicht gerne einengen lassen, kreierte ich mein eigenes „Individuelles Studium“ (das war damals noch möglich): eine breitgefächerte Mischung aus Vorlesungen der Altorientalistik, Äyptologie und Alten Geschichte. Daneben machte ich auch den Abschluss zur Gemmologin, also Edelsteinkunde. Später sollte dann noch ein Masterabschluss in Geoinformatik dazukommen.


Durch meine Arbeit konnte ich auch meiner Abenteuer- und Wanderlust frönen ? Jordanien, Frankreich und die USA waren Stationen, an denen ich für mehrere Monate halt machen durfte. Doch das Land, in dem ich schlussendlich mehrere Jahre verbringen sollte, war Peru.
Es war einer dieser Zufälle, die es im Leben nur dann gibt, wenn es wichtig ist. Ein Schlüsselmoment, könnte man sagen, bei dem jemand jemanden kennt und mich und meine textilkonservatorischen Erfahrungen aus dem Weltmuseum in Wien erwähnt. Und kurz darauf saß ich im Flieger in ein völlig unbekanntes Land. Und dann in eine Nacht lang in einem Bus durch ebendieses (in dem mir gleich mal die Kamera gestohlen wurde). Und dann in einem Taxi. Und endlich kam ich an.
Ein kleiner Ort mit knapp 500 Menschen, an der Grenze zwischen Sierra und Selva auf 2600m Seehöhe ? Leymebamba. Hort eines Museums mit einigen hundert Mumien, und einer Straße, namens Calle Austria, in der ich für drei Monate ein Haus bezog.
Die Wolkenmenschen, wie die früheren Bewohner der Gegend gerne genannt werden, hatten ihre Grabstätte hoch über der Laguna de los Condores, einem fast schwarzen, riesigen See, der von meterhohen, urwaldbedeckten Bergen umgeben war. Die Chance, auf einer achtstündigen Tour dorthin zu gelangen haben nur wenige – und, weil sie sich ergab, musste ich dort natürlich hin. Zu Fuß und zu Pferd (ich konnte bis dahin nicht reiten) waren wir also unterwegs, wobei mir die 2900m Höhe zu schaffen machten.
An der Spitze, nach der es wieder etwas bergab ging, begann meine Nase zu bluten und mein Magen revoltierte noch für einige Tage. Aber trotzdem, das war es Wert. Nicht nur, wegen der außergewöhnlichen Eindrücke, oder meinem todesmutigen Sprung in das dunkle, unbekannte Wasser (mit einer Fischphobie eine wirkliche Überwindung)
– sondern auch, weil ich entdeckt habe, wie weit ich gehen kann, wenn ich mich Herausforderungen stelle ? und dass ich oft mehr erreichen kann, als ich je gedacht hätte.
Ich beschloss nach diesem Aufenthalt vor meinem Abschluss an der Universität noch ein Semester in Peru zu studieren – also organisierte ich mir den Aufenthalt an der Universidad Nacional de Trujillo, kurz UNT, einer Stadt an der Nordküste Perus. Und dort blieb ich dann mehrere Jahre, mit kurzen Heimbesuchen, zum Beispiel zur Beendigung meines Studiums.
Ich unterrichtete an der Universität und arbeitete bei einer lokalen Ausgrabung mit. Bis zu dem Tag, an dem ein Kind einen menschlichen Schädel mit einem Ball verwechselte und man uns hinzuzog, um zu sehen, ob es sich dabei um frische oder alte Leichen handelte. Es waren alte, und es kam zu einer Notgrabung, Las Llamas, deren Grabungsleitungsstellvertretung ich wurde: viele Kinder und Lamas wurden hier geopfert, wahrscheinlich um ein El Niño-Phänomen zu stoppen. Sie waren durch den salzigen Boden natürlich mumifiziert worden.
Mumien schienen mich damals irgendwie zu verfolgen.
Danach machte ich noch einen kurzen Abstecher auf die Oster Insel – wenn man schon mal in der Gegend ist, sozusagen, und wurde, über eine liebe Freundin, Teil des Depot-Teams der Çukuriçi Höyük -Grabung in Ephesos. Dort sortierte ich Keramik und andere Funde und lernte, so ganz nebenbei, meinen jetzigen Ehemann kennen.


Nachdem die Grabung in Peru leider pausierte und auch an der Universität einiges umgestellt wurde, packte ich meinen auf der Straße gefundenen Peruanischen Nackthund, reichte seine Ausreisepapiere ein – die der Ausfuhr von Kulturgut gleichgestellt sind – und machte mich auf den Weg nach Hause.
Ich überlegte einen Doktortitel zu machen und begann an der Universität für Ur- und Frühgeschichte zu arbeiten, von wo aus ich Süd-Sizilien erforschte. Wir arbeiteten dabei vor allem auch mit geoinformatischen Daten und so beschloss ich, meinen Master in Geoinformatik zwischenzuschieben. Um mehr Praxis zu bekommen, begann ich ein Praktikum bei einer Medientechnikfirma, die sich unter anderem auf die 3D-Rekonstruktion von archäologischen Stätten spezialisiert hat. Und wie das Leben so spielt, arbeite ich dort heute noch.
Mittlerweile lebe ich mit meinem Mann, meinem Kind und meinem Hund im Waldviertel. Und wenn ich Vorletzterem etwas, außer meiner absoluten Liebe, mitgeben darf, dann, dass das Leben oft sonderbar verschlungene Wege geht, auf die man sich einlassen muss. Damit man am Schluss nichts bereut, was man nicht getan hat – sondern mit gutem Gewissen sagen kann:
„Die Fahrt war zwar teilweise ansträngend und schmutzig, aber was für ein Ritt!„
Und was hat das jetzt alles mit meinen Büchern zu tun?
Nun es mag sich so erklären, warum Museen und Museumsstücke einen gewissen Stellenwert in meinen Geschichten haben.
Aber es geht noch weiter darüber hinaus:
In meinen Büchern verschmelzen Abenteuerlust, philosophische Tiefen und fesselnde Spannung zu Erlebnissen, die den Leser*innen neue Perspektiven eröffnen. Mich inspirieren all die Fragen, die meine Reisen aufgeworfen haben: Wie viel von uns wird vom Schicksal bestimmt? Welche Entscheidungen formen unseren Weg? Und wie begegnet man Herausforderungen mit Mut und Offenheit?
Es geht um mehr als nur spannende Abenteuer: Meine Geschichten laden ein, neue Perspektiven zu entdecken, Mut zu finden und über den Horizont hinauszublicken. Ich möchte Welten erschaffen, die nicht nur fesseln, sondern zum Nachdenken anregen – Über Gerechtigkeit, Offenheit, und die Kraft, seinen eigenen Weg zu gehen.
Mit Charakteren, die sich Herausforderungen stellen und an ihnen wachsen, möchte ich Leser*innen inspirieren, die Welt durch die Augen anderer zu sehen, die Grenzen der eigenen Welt zu hinterfragen – und dabei die/den Entdecker*in sich selbst zu entdecken.

